Photobooth @ tonhalleLATE

Einer meiner besten Freunde, Rafael, ist Teil des Vorstandes des TOZZ-Projektes (Tonhalle Orchester Zürich Zukunft) und über ihn wurde ich angefragt, ob ich am tonhalleLATE vom 28. November 2014 eine Photobooth machen würde. Das klang für mich nach einer spannenden Herausforderung, da ich so etwas noch nie gemacht habe. Warum denn auch nicht? Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich bei der Sache dennoch, da ich ja den Blog von Paddy und sein Photobooth-Projekt beispielsweise verfolgte und wusste, dass es hier die eine oder andere Tücke in sich haben könnte.

Ich sagte also in meiner jugendlichen Leichtsinnigkeit unter ein paar Vorbehalten zu. Zudem ist es natürlich auch Prestige trächtig für das Tonhalle Orchester Zürich fotografieren zu dürfen. Das Konzept war sehr simpel: Man nehme einen Hintergrund, stelle Models mit Requisiten im Coco Chanel- und Igor Stravinsky-Style vor eine Kamera mit Fotograf und mache Fotos, welche per Tether-Shooting zeitnah angezeigt werden, mit Blitzlicht. Klingt einfach und um die Spannung nicht aufrecht zu erhalten, könnt ihr hier die Ergebnisse schon vorweg betrachten.

Meine Vorbehalte richteten sich insbesondere an eine klare Personenführung. Es ist sehr schwer sich simultan um die Models und das Fotografieren zu kümmern sowie um die Requisiten, Mailadresse erfassen, Bilder zeigen usw. Des Weiteren habe ich meinen Teil der Organisation auf nur das Fotografieren beschränkt. Also keine Requisiten, Absperrbänder, Licht für den Requisitentisch, den Tisch für die Requisiten usw. Von meiner Seite kam alles fotografische Equipment: Hintergrund, Hintergrundsystem, Blitzlicht und Lichtformer, Kamera, Objektiv, Laptop für Tether-Shooting etc.
Ein Kriterium war auch, dass ich dafür kein neues Equipment anschaffe, das ich sonst nicht verwenden würde. Da ich keine Funkauslöser habe und auch nicht die Investitionen dafür tätigen wollte (Ist zwar nett, aber als Funkauslöser nutze ich, sofern ich einen brauche, entweder die 2-Sekunden Vorauslösung oder mein smart Phone), war es klar, dass ich die Fotos den Abend über machen darf. Ebenfalls besass ich bis zu dem Zeitpunkt noch kein Hintergrundsystem. Für frühere Anlässe habe ich jeweils eins für 20 Franken bei Profot gemietet. Da ich sowieso mir eines zulegen wollte, machte ich mich auf die Suche nach eben diesem. Bei Profot selbst kostet das Hintergrundset CHF 416.- Das fand ich dann doch arg viel und habe nach kurzer Recherche einen Onlinehändler gefunden, der das Teil für CHF 120.- anbot. Nach eingehendem Überprüfen, ob es sich tatsächlich um das gleiche Hintergrund-Set handle, hab ich dann zugeschlagen. Der Anruf des Händlers nach dem Kauf lies nicht lange auf sich warten: Sie hätten den falschen Preis hinterlegt und weil sie so grosszügig seien, erhalte ich es dennoch zu diesem Preis. Dafür gab’s dann noch anständig Nervenkitzel mit ihnen, da es erst am Mittag des Tages per Post eintraf, an welchem Abend ich es benötigte. Sah mich also schon zu Profot reisen und doch eins mieten…

Das Hintergrundsystem war mit einem Savage super Black 2.72 x 11m Hintergrundpapier bestückt. Als Blitz nutzte ich ein Elinchrom ELC PRO HD 500 in einer Elinchrom ROTALUX DEEP INDIREKT OCTA 150 CM nur mit dem Innendiffusor, eine Canon Kleinbild-Kamera mit einem Sigma 24-70mm F2.8er und natürlich Tether-Shooting via Lightroom mit einem Preset. Am Abend selbst nutzte ich ein B&W -Preset in Lightroom von mir. Am Ende haben sie mich dann doch gebeten die Bilder in Farbe auch noch zu liefern. Die farbigen Bilder sind dann auf eine Google Picasa Galerie geladen worden.

Locke in Action (Bild von FrancescaCamillaBruno):

Was sich am Abend wirklich als Herausforderung entwickelt hat, waren grosse Gruppen vor dem dann doch kleinen Hintergrund. Hier war Improvisation gefragt bzw. versuchte ich mehr Brennweite zu nutzen, damit weniger vom Hintergrund mit drauf kam. Natürlich durfte auch ein technisches Problem nicht fehlen. Seit dem Update auf Lightroom 5.7 spinnt ab und zu die Canon 6D mit meiner 32GB SanDisk Extrem Pro HC1 bei Tether-Shootings. Das äusserte sich dadurch, dass plötzlich die Kamera nicht mehr mit dem Laptop synchronisieren konnte und die Kamera dadurch blockiert war. Auf dem Dispay der Kamera erschien ein schöner blauer Kreis mit dem Titel “synchronisiert” oder so ähnlich. Natürlich stand da gerade eine Gruppe bereit zum Shooten.
Nach etwas warten (gefühlte Stunden) trennte ich die Kamera vom Laptop, jedoch führte das auch nicht zum Aufhören der lahmgelegten Kamera. Ich schaltete sie dann aus, aber es drehte weiter. Ich entfernte die Speicherkarte und dann ging sie auch aus. Beim Einschalten gings dafür dann weiter mit dem Problem. Dann musste ich reagieren, holte meine alt geliebte 550D hervor, schraubte das 16-35mm drauf und machte weiter. Nach einer Weile, merkte ich, dass die 6D wieder einsatzfähig war. Strange; hoffe sehr, dass das mir nicht wieder passiert. Und ich lernte auch zum ersten Mal, wie wichtig eine Ersatzkamera ist. Das letzte mal ist mir das zu Hause beim Zwergen fotografieren passiert. Aber bei Zwergen ist das nicht weiter schlimm: die laufen einem auch nicht weg 😉

Das ganze frisst einem dann doch mehr Zeit weg, als oft vorher gedacht. So begann der Aufbau meinerseits um 19.15 Uhr. Um 21.00 Uhr ging’s mit der ersten Stunde vor dem Konzert los. Von 22 bis 23.20 Uhr fand das Konzert statt und anschliessend haben wir bis halb 2 Uhr morgens dann weiter fotografiert. Zum Schluss folgte der Abbau bis 2 Uhr morgens und dann konnte ich noch etwas mit meinen Freunden feiern.
Die Nachbearbeitung fand relativ schnell nach dem Abend/Nacht statt. Und wie es immer ist, wenn du als Fotografen jemanden kennst: Die Leute können es kaum erwarten ihre Bilder zu sehen und kontaktieren einen umgehend 🙂

Janine_FB_Nachricht

Mein Fazit des Abends: Es war sehr nett, lustig und unterhaltsam, aber auch anstrengend. Die Leute hatten riesen Spass dabei und ich glaube, dass zeigen auch die Bilder. Technisch und fotografisch gesehen mögen sie bei weitem nicht “gut” sein, aber alle, so mein Feedback zumindest, haben riesen Freude an ihren Bildern. Und das zählt, auch wenn’s mich bei vielen Bildern selbst wurmt…

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